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Das Cleanstitut-Interview

Brucherseifer
„Das Clean-Team“
Interview mit dem Tatortreiniger

Boris Brucherseifer

am Mittwoch, 30. März 2022

1. Wie kommt man darauf, dem Beruf des „Tatortreinigers“ nachzugehen?


Schon als kleines Kind hatte ich ein Faible für Sauberkeit und Aufräumen und das ist bis zum heutigen Tag auch so geblieben. Zu Hause, im persönlichen Umfeld, bin ich recht schnell fertig mit Sauber machen, so dass ich dies auch in meinem gewählten Beruf nun auch weiter und intensiv ausleben kann.
Außerdem ist es ein tolles Gefühl, andere Menschen in dieser Hinsicht zufrieden und glücklich zu machen, mit einer Arbeit, die niemand gern macht. Zufriedene Kunden sind das höchste Gut.

2. Du bist den ganzen Tag mit dem leidvollen (kein natürlicher) Tod beschäftigt. Ist das eine psychische Belastung?


Dazu habe ich eine ganz pragmatische Einstellung, da es letztlich „nur“ ein Job ist. Ein Gerichtsmediziner darf eben auch kein Mitleid haben, wenn er einen verstorbenen Menschen obduziert. Da muss ganz klar das Private und Berufliche getrennt werden. Natürlich macht man sich aber auch seine eigenen Gedanken über dieses, in unserer Gesellschaft so tabuisierte, Thema.

3. Gibt es schlimme und weniger schlimme Tatorte?


Ja, natürlich. Dabei kommt es jedoch nicht auf die Art des Tatorts an, oder die Menge an Blut oder anderen Flüssigkeiten. Viel mehr berührt einen die Geschichte des betroffenen Menschen dahinter und ganz schlimm, oder berührend, ist es, wenn Kinder im Spiel sind.

4. Hast Du Angst vor dem Tod? Wirkt sich Deine Arbeit auf Dein Leben aus?


Persönlich habe ich keine Angst vor dem Tod. Wo ich Dir jedoch recht geben muss ist, dass sich meine Arbeit unterbewusst auf mein tägliches Leben auswirkt. Durch meine täglichen beruflichen Erfahrungen bin ich mir sehr bewusst, wie schnell „es gehen kann“.

5. „Tatort“, „Messie“ oder „Schimmel“?


Kurze Frage, kurze Antwort: Ganz klar: „Tatort“.

6. Wie reagieren Menschen, die Dich neu kennenlernen, auf Deinen Beruf?


Echt? Wirklich, Ungelogen. Den müssen wir kennenlernen.
Muss ehrlich sagen, dass ich für manche Menschen „interessanter“ werde durch meinen Beruf. Macht eigentlich keinen Sinn, weil ich immer noch „nur“ der Boris bin, derselbe wie der, bevor man meinen Beruf kannte.

7. Was war Dein erster Tatort und wie hat er auf Dich gewirkt? Vielleicht sogar Spuren hinterlassen?


Hatte davon selbstverständlich keine Alpträume oder sowas; sonst wäre ich in diesem Beruf sicherlich nicht gut aufgehoben. War halt mal etwas anderes, jedoch bin ich von Beginn an äußert abgeklärt und professionell an die Sache rangegangen. Die einzige Möglichkeit, dass man diesen Job zu 100% ausführt, denn das ist ja das, wofür „CLEANSTITUT“ steht.

8. Du lebst von Krankheit, Tod, Suizid und Unfällen. Belastet Dich das?


Nein, gar nicht. Mit meiner Arbeit mache ja etwas Gutes, ich helfe Angehörigen und dem betroffenen Umfeld und bringe somit alles wieder in den originalen Zustand zurück. Manchmal ist es jedoch tatsächlich mehr „Seele aufräumen“ im Gespräch, als einfach nur aufwischen, säubern und desinfizieren.
Die Konzerne, die ihren Müll ins Meer kippen oder verklappen oder mit Kinderarbeit brutale Ausbeutung, an den Wehr- und Rechtlosen, betreiben, nur um Profit zu machen: Die sollten und müssten sich Gedanken um sowas machen.

9. Die größte Lüge, die Du in deinem Job hörst?


– Schallendes Lachen –
„Ist bloß ein bisschen Blut“

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